KPÖ Wien West
Die KPÖ im Westen Wiens

Neoliberalismus benachteiligt Frauen extrem

FeminismusEine der aktuellsten Studien des WIFO (Wirtschaftsforschungsinstitut) zeigt auf, wie der gesellschaftliche Reichtum in Österreich verteilt ist - nämlich sehr ungerecht.
Am untersten Ende der "Reichtumsskala" finden sich - welche Überraschung! - die Frauen, deren Einkommen gerade mal 67% der mittleren Männereinkommen erreichen.
Angesichts dieser Daten keinen Handlungsbedarf zu sehen, ist zynisch - die Feminismusdebatte auf "Töchter-Söhne" zu verlagern, ein plumpes Ablenkungsmanöver.

Aus dem Bericht des WIFO vom 6. September 2005 :(http://www.wifo.ac.at/publ/index.html)
"Die Verteilung der Bruttoeinkommen wurde in Österreich in den letzten Jahrzehnten ungleicher. Dies gilt sowohl für die Verteilung innerhalb der unselbständig Beschäftigten als auch zwischen den Lohneinkommen einerseits und Einkommen aus Besitz und Unternehmung andererseits. Die ungünstige Lage auf dem Arbeitsmarkt verbunden mit der Zunahme von Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung spielt für die Ausweitung der Einkommensunterschiede eine wesentliche Rolle. Das Abgabensystem hat kaum umverteilende Wirkung, hingegen sind von den Ausgaben des Sozialstaates vor allem die unteren Einkommensschichten begünstigt.

Eine "gerechte" Einkommensverteilung ist ein wesentliches Element der traditionellen Ziele des "magischen Vielecks der Wirtschaftspolitik" und eine wichtige Determinante der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Allerdings ist die Zielerreichung schwierig zu beurteilen, denn die Entwicklung der Einkommensverteilung ist als Thema wissenschaftlicher Untersuchungen in Österreich in den Hintergrund gerückt. Dies hängt auch mit dem Fehlen aktueller und vergleichbarer Datengrundlagen zusammen. Besonders in Bezug auf die Entwicklung der Gewinn- und Besitzeinkommen hat sich die Datenbasis seit 1997 (Einstellung der Statistik) weiter verschlechtert. Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis unterschiedlicher Datenquellen die langfristigen Trends der Einkommensverteilung. In der Analyse der personellen Einkommensverteilung muss sie sich auf die Unselbständigeneinkommen beschränken.

Die Ungleichheit der Verteilung der Bruttoeinkommen zwischen den unselbständig Beschäftigten weitete sich in den letzten drei Jahrzehnten deutlich aus. Das zeigen sowohl die Daten des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger als auch die Lohnsteuerstatistik. In nur zwei Phasen blieb die Verteilung der Bruttobezüge unverändert oder wurde sogar gleichmäßiger: in der ersten Hälfte der siebziger Jahre aufgrund des Arbeitskräftemangels und in den Jahren 1991 und 1992, als die Gewerkschaften auch dank der Hochkonjunktur verstärkt eine Anhebung der Mindestlöhne erreichten.

Zur Zunahme der Ungleichheit der Verteilung der Bruttobezüge trug vor allem eine hohe Dynamik an den Rändern der Verteilung bei: Die Bezüge stiegen in den obersten Einkommensgruppen kräftig (das 5. Quintil bezog laut Lohnsteuerstatistik im Jahr 2003 46,1% der gesamten unselbständigen Einkommen), während die unteren Einkommensgruppen zurückfielen (das 1. Quintil erreichte 2003 nur noch 2,3% der Einkommen). Die starke Ausweitung der Teilzeitarbeit und geringfügiger Beschäftigungsverhältnisse in den unteren Einkommensschichten trägt statistisch wesentlich dazu bei, dass sich die Ungleichheit in der Einkommensverteilung ausweitet.

Zugleich bleiben die Einkommen von Frauen merklich hinter jenen der Männer zurück. Im Jahr 2003 lagen sie im Durchschnitt bei 67,2% der Männereinkommen; der Abstand war damit um 1½ Prozentpunkte größer als Mitte der neunziger Jahre. Während im öffentlichen Dienst die Fraueneinkommen relativ nahe an jene der Männer herankommen (80,9%), ist der Rückstand in der Privatwirtschaft sehr groß (Einkommen der Arbeiterinnen 61,7%, der angestellten Frauen 59,5% der jeweiligen Männereinkommen). Im unteren Einkommensbereich (an der Grenze vom 1. zum 2. Quartil) ist der Rückstand der Fraueneinkommen deutlich höher und wächst weiter, während er im oberen Einkommens- und Bildungssegment stabil ist."
Die Zahlen sprechen für sich - die Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums eine gerechtfertigte Forderung - ebenso wie die Gleichstellung von Frauen.
Beides wird im Wahlprogramm der KPÖ gefordert.