KPÖ Wien West
Die KPÖ im Westen Wiens

Luxusware Gesundheit

SozialesMit 7,5% des Bruttoinlandsproduktes liegt Österreich bei den Ausgaben für das Gesundheitssystem deutlich unter dem Durschnitt der Europäischen Union.
Nun soll noch weiter eingespart werden.


Bund und Länder haben sich gestern darauf geeinigt, im Zuge der Verwaltungsreform weitere 300 Mio Euro bis 2010 im Gesundheitssystem einzusparen. Dies soll durch Effizienzsteigerungen im Verwaltungsbereich und durch die Schaffung beserer Einkaufsorganisationen erreicht werden.
Das ist die offizielle Lesart.
Wer sich allerdings halbwegs in der Materie auskennt, weiß, daß das dem Bereich der Schauermärchen zuzuordnen ist.
Berücksichtigt man nämlich die Vorstellungen der EU, wonach gerade im Gesundheitssystem Qualitätskriterien gesetzt und auch laufend überprüft werden sollen, weiß man, daß gerade im dafür zuständigen Verwaltungsbereich mit einer gewaltigen Aufstockung des Personalstandes zu rechnen ist.
Daß bereits in fast allen Bundesländern Einkaufsorganisationen für die Krankenhäuser bestehen und Einsparungsmöglichkeiten hier nur im Promillebereich vorhanden sind, ist ebenfalls nicht neu.
Das Einsparungsziel von 300 Mio Euro kann daher - no naa - wieder nur auf dem Rücken der PatientInnen erreicht werden.
Das Mittel dazu ist längst vorgegeben. Es heißt: Privatisierung.
Genau wie in Kärnten, sollen auch in allen anderen Bundesländern die Krankenhäuser und Geriatriezentren ausgegliedert und in BetriebsGesmbHs umgewandelt werden, die nach streng betriebswirtschaftlichen, d.h. profitorientierten Richtlinien arbeiten müssen.
Damit wird die Gesundheit, wie sie von der WHO definiert ist, endgültig zur Luxusware.

Gerhard Haupt

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