KPÖ Wien West
Die KPÖ im Westen Wiens

Die Gewinner der Privatisierung der Post!

Nach dem Verkauf der VA-Tech an Siemens steht nun die nächste große Privatisierung der ÖIAG bevor.

Der Verkauf der Post!

Hauptinteressent an der österreichischen Post ist die schon privatisierte Deutsche Post AG, die unter dem Einfluss großer privater Industrie- und Finanzkonzerne steht (u.a. Deutsche Bank, Bayer AG, Karstadt Quelle AG, Thyssen-Krupp,...).
Der Vorstand der Deutschen Post AG liess letztes Jahr schon verlautbaren, dass man die Totalliberalisierung der EU-Postmärkte dazu nützen werde, die Österreichische Post niederzuringen, falls die ÖIAG ihr nicht mindestens eine Sperrminorität von 25% abtritt.

Nun sollte man meinen, dass ein Aufschrei durch alle Medien und durch das österreichische Parlament gegangen sein müsste. Aber es herrschte tiefes Schweigen in der österreichischen Regierungsriege. Warum auch, denn die österreichische Regierung bestimmt ja auch den Aufsichtsrat/Vorstand der ÖIAG.

Wer sitzt nun in diesem Aufsichtsrat?

Albert Hochleitner, seines Zeichens zur Zeit Siemens-Austria Chef. Siemens ist ein Großauftragnehmer der Deutschen Telekom, die wiederum zur Deutschen Post AG gehört. Hochleitner ist selbst für den Posten des ÖIAG- Aufsichtsratspräsidenten im Gespräch.
(Brigitte Ederer tritt am 13. Dezember die Nachfolge von Albert Hochleiter als Siemens- Austia Generaldirektorin an!!!)

Jürgen Hubbert war von 1997 bis 2004 Vorstandsmitglied von Daimler-Chrysler; derzeit sitzt er in den Aufsichtsräten von Daimler-Chrysler und Thyssen-Krupp. Thyssen-Krupp ist einer der Hauptaktionäre der Deutschen Post AG.

Veit Sorger ist Vorsitzender der Österreichischen Industriellenvereinigung und Geschäftspartner des durch den Siemensverkauf um 100 Millionen Euro noch reicher gewordenen Mirko Kovats.

ÖIAG-Aufsichtsratsmitglied Klaus Sturany sitzt auch im Aufsichtsrat des deutschen Energiekonzerns RWE, Betreiber von Siemens-AKWs und ist Aktionär der Deutschen Post.

Astrid Gilhofer und Alfred Heinzel sind - über Zwischenglieder (Palmers-Textil AG) - mit dem Allianz-Konzern (zu dem auch Allianz-Elementar gehört) verbunden, der wiederum sowohl mit Siemens als auch mit der Deutschen Post verflochten ist.

Das ÖIAG-Aufsichtsratsmitglied Siegfried Wolf ist Chefmanager beim Magna-Konzern von Frank Stronach, dessen Hauptauftraggeber Daimler-Chrysler ist. Einer der Hauptaktionäre bei Daimler-Chrysler ist die Deutsche Bank, die wiederum eine der Hauptaktionäre bei der Deutschen Post AG ist.

Peter Michaelis und Rainer Wieltsch sind beide ÖIAG-Vorstände. Beide sind auch im Aufsichtsrat von Telekom Austria und Austrian Airlines, in deren Aufsichtsräten ebenfalls bereits Siemens Vertreter sitzen. Siemens ist über die Deutsche Bank, Thyssen-Krupp, Allianz Konzern und der Bayer AG eng mit der Deutschen Post verflochten.

Das waren nur einige der Verbindungen zwischen ÖIAG und Deutscher Post AG.
Sollten da nicht einige der Herren (und Dame) Aufsichtsräte Interessenskonflikte haben?
Schwierigkeiten anderer Art dürften sie wohl nicht haben, da auch die Privatisierung des erfolgreichen Betriebes VA-Tech ohne größere Probleme über die Bühne gegangen ist.
(Nur so nebenbei: Siemens Deutschland entlässt in diesem Jahr wieder ca fünftausend ArbeitnehmerInnen und die Gewinne steigen und steigen.)
Gewinner des Verkaufes der Österreichischen Post werden wie beim Verkauf der VA Tech wiederum nur die Aktionäre und privaten Konzerne sein.
Die ArbeitnehmerInnen werden die Rechnung bezahlen müssen.

Daher fordern wir:

Erhalt der Österreichischen Post im öffentlichem Eigentum

Stopp der Privatisierung des öffentlichen Eigentums

Sofortige Auflösung der ÖIAG

Aufklärung über den Verkauf der VA-Tech

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