KPÖ Wien West
Die KPÖ im Westen Wiens

Enlazando Alternativas: Gesellschaftspolitische Alternativen mit digitalen Medien

Der neue Bolivianische Staatspresident Evo Morales macht Schlagzeilen weil er nach der Verstaatlichung der Gasvorkommen auch eine Landreform plant in der der Boden Boliviens von den Großgrundbesitzer zu gunsten der landlosen Bauern verteilt werden soll. Dazu kann nur gratuliert werden. Nicht überall haben wir es so leicht mit der Rückvergesellschaftung der Resourcen die uns von den Kapitalisten entwendet wurden. Dennoch gibt es auch in den kapitalistischen Indutrienationen eine, von vielen Linken noch unbemerkete, Bewegung sich wichtige Produktionsmittel wieder anzueignen.

In einem Seminar dass, im Rahmen des Alternativen Lateinamerikagipfels (EA2) unter dem Titel "Gesellschaftspolitische Alternativen mit digitalen Medien" stattfand, wurde von Franz Schäfer (KPÖ) auf das, für viele Bereiche vorbildhafte Beispiel Freier Software hingewiesen. Hier findet eine Vergesellschaftung im besten Sinne statt. Die in diesem Bereich geschaffenen Güter und Produktionsmittel gehören nicht einfach dem Staat sondern gehören Allen die damit arbeiten wollen. Analysiert wurde welche Voraussetzungen notwendig sind um dieses erfolgreiche Beispiel auf andere Bereiche wie Wissenschaft, Medien, Administrative Arbeit aber auch matterielle Produktion anzuwenden. (Siehe dazu auch: Referat auf der Attac Sommerakademie 2005).

Das Seminar wurde eingeleitet durch ein Referat von Dr. Peter Fleissner, der die möglichkeit der Kommodifizierung von Informationsdienstleistungen durch die Digitalen Medien hinwies (Siehe auch P. Fleissner: Kommodifizierung, Information und Wirtschaftswachstum).

Ein Vertreter des Südamerikanischen TV-Senders teleSUR lockerte die Theorie dann wieder etwas auf in dem die enorme wichtigkeit alternativer Medien wie teleSUR sind um gegen die neoliberale Medienübermacht ankämpfen zu können. teleSUR ist ein Nachrichten Sender der sich als Gegengewicht zu CNN, Murdoch & Co versteht. Das Projekt wird vor allem von Venezuela, Argentinien, Cuba und Uruguay finanziert. Seit dem Amtsantritt von Morales will sich auch Bolivien an dem Medienprojekt beteiligen. teleSUR ist werbefrei. An den Stellen in denen andere Sender Werbung bringen gibt es bei teleSUR klassische Musik oder es werden Gedichte rezitiert. teleSUR ist auch in Europa über Satelit empfangbar und kann via Internet empfangen werden.

Gerhard Ruiss von der IG AutorInnen berichtete von der zunehmenden Benachteiligung der Autorinnen durch ein Urheberrecht, dass sich zunehmend an der Tradition des angelsächsischen Copyright orientiert und vor allem die Verwertungsrechte durch die Medienkonzerne im Auge hat. Vielen der Anwesenden war nicht bekannt dass Ruiss den ORF wegen nicht Erfüllung des gesetzlich festgeschriebenen Bildungsauftrages geklagt hatte. (Die Klage wurde vom Verfassungsgerichtshof abgelehnt weil im Gesetzt nicht klar geregelt ist was denn dieser "Bildungsauftrag" sei.)

Den zweiten Teil des Seminars bestritten Ekkehard Sicker und Sally Burch. Sally Burch ist im WSIS Prozess auf seiten der Zivilgesellschaft aktiv ist und bemüht ist das Thema Kommunikationsrechte im Sozialforen Prozess weiter zu etablieren (Siehe auch movimentos.org). Eine gute Zusammenfassung all der Probleme, die sich rund um das sogenannte "geistige Eigentum" ranken, bot der Vortrag von Ekkehard Sieker vom Vorschungsnetzwerk INES. Ekkehard spannte den Bogen vom zunehmende kommerziealisierten Zugang zu wissenschaftlichen Papers über Bio- und Software Patente bis zum Download von MP3s aus dem Netz. Er mahnte ein diese Dinge nicht isoliert zu sondern in ihrem Zusammenhang zu sehen. Sein Vorschlag ist es im Jahre 2007 eine Internationale Konferenz zu diesem Thema zu machen. Immerhin hat Angelika Merkel schon angekündigt, dass das Theme "Geistiges Eigentum" ein Schwerpunkt des kommenden G8 Treffen und der deutsche EU-Ratspräsidentschaft sein sollte. Diesen Drohungen gilt es etwas entgegen zu setzen.

Zusammenfassung von Peter Fleissner (pdf)