KPÖ Wien West
Die KPÖ im Westen Wiens

Wo keine Gerechtigkeit ist, ist keine Freiheit, und wo keine Freiheit ist, ist keine Gerechtigkeit.

FeminismusAm 23. 6. 2006 vermeldete der ORF lapidar, dass die Chefs großer US-Konzerne an einem Tag mehr verdienten als der durchschnittliche Arbeiter in einem Jahr.

Unglaublich – und ungerecht?


Es geht noch besser: Was nicht erwähnt wird - die durchschnittliche Arbeiterin müsste für diesen Tagesverdienst noch mindestens 4 Monate länger malochen, kommt sie doch gerade einmal auf 67% des Lohnes ihres männlichen Kollegen. Mit Recht fragt frau sich, welche Arbeit denn ungefähr 500mal mehr wert sein soll als eine Andere?

Das Economic Policy Institute veröffentlichte weiters eine Liste jener 25 Topverdiener, die 2005 mindestens 130 Millionen Dollar (etwa 103 Millionen Euro) verdienten – und , richtig geraten! – es ist keine Frau darunter!

Zugegeben, nicht jeder arbeitende Mensch ist ein Hedge- Fonds- Manager und verdient im Jahr so viel wie das Volk der Mongolei oder Mauretaniens. Aber auch im „Otto & Ottilie NormalverbraucherInnenbereich finden wir Frauen uns am unteren Ende der Tabelle.

Eine Langzeitstudie der Gleichstellungskommission – die ProbandInnen wurden 20 Jahre lang begleitet - ergab eine Differenz von 36 % zu vergleichbaren Männereinkommen. Wenig „einträgliche“ Berufe (Erziehung, Pflege, Dienstleistungen) und atypische Beschäftigungsverhältnisse sind nur einige Gründe dafür. Oft werden Männer durch Prämien und Zulagen an den Betrieb gebunden – Frauen sind sowieso „betriebstreuer“. Ganz dünn wird die Luft in der Führungsetagen : Nur 13% der Führungspositionen sind mit Frauen besetzt, Frauen werden bei Beförderungen leichter übergangen und selbst im Öffentlichen Dienst ist die Quote der höheren Dienstposten in keinem Verhältnis zum Frauenanteil der Beschäftigten. Mitunter sind auch der Anteil an Frauen in einer Branche und das verminderte Lohnniveau sich gegenseitig beeinflussende Parameter.

Im Übrigen ist der Abstand in der Einkommensschere in Österreich seit etwa 50 Jahren gleich geblieben: 1953 verdienten Männer durchschnittlich 93 Euro, Frauen 65 Euro, 2003 waren es 2273 Euro (Männer) bzw. 1528 Euro (Frauen). (Quelle: HVB)

Wie beruhigend, dass sich auch in Deutschlands „Neuen Bundesländern“ endlich westliche Zustände ein stellen: Kam eine Frau dort 1998 noch auf 98% des Männereinkommens, so waren es 2003 nur mehr 94%......

Eine Schelmin also, die meint, dass es im Interesse des kapitalistischen Systems ist, Frauen zu benachteiligen? Ein Anfall von Verfolgungswahn, zu glauben, dass im Gegenteil der Kapitalismus zu einem Gutteil auf der Ausbeutung der Frauen beruht und ohne die unentgeltlich geleistete sowie die unmoralisch niedrig entlohnte Arbeit im tertiären Sektor nicht funktionieren würde?

Tatsache ist:

Die Religion des freien Marktes ist frauenfeindlich: Frauenarbeit wird unter ihrem Wert bezahlt, Frauen werden in zunehmendem Maße geringfügig beschäftigt, Frauen werden in der Werbung geringschätzig behandelt.

Tatsache ist:

Seit 50 Jahren hat keine österreichische Regierung entscheidende Maßnahmen dagegen gesetzt und es ist nicht zu erwarten, dass eine weitere schwarzrosa, schwarzblauorange oder schwarzgrüne Koalition dies tun wird.

Warum also nicht.....WIRKLICH LINKS wählen?

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