KPÖ Wien West
Die KPÖ im Westen Wiens

Die Krone regiert Österreich - mit Hans Peter Martin zurück zur Monarchie?

WahlenEin 85 Jahre alter Tatterkreis regiert Österreich. Von niemandem gewählt und trotzdem der mächtigste Mann im Lande. Die Rede ist von Hand Dichand dem Herausgeber eines kleinformatigen, aber auflagenstarken Blattes namens "Kronenzeitung". Diese Zeitung tritt nun quasi mit einem eigenen Kandidaten zur Nationalratswahl an.

Wie weit rechts die Krone in ihrer politischen Ausrichtung ist, ist ja kein Geheimnis. Wolf Martin bezeichnet Augustin VerkäuferInnen als "lästig wie Läuse und Wanzen" und auf den Namen der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek reimte Wolf Martin "..Dreck". Der selbe Kroneautor füllt sein Kästchen auch zufällig an Hitlers Geburtstag des öfteren mit Glückwünschen, die dann doch jemand anders gelten. Auch vor einer Manipulation von Fotos wird nicht zurück geschreckt, wenn die Wahrheit gerade nicht ins Bild der Krone passt. Daneben werden dann beinahe täglich Artikel gebracht, die suggerieren, dass alle Menschen, die aus Afrika nach Österreich gekommen sind, "Drogendealern" wären, etc. etc..

Trotz der bekannten politischen Ausrichtung biedern sich die politischen Parteien in österreich der Krone immer wieder an. So z.b. die SP mit der Zustimmung zum menschenrechtswidrigen Asyl- und Fremdenpolizeigesetz oder die Grünen mit ihrem Punktesystem.

Die Parteien wissen natürlich warum: In der auflagenstärksten Zeitung wird die Meinung der ÖstereicherInnen massgeblich beeinflusst. Wer mit entsprechenden Anzeigen genügend Geld aufbringt kann diese Meinungsmache natürlich für eine Zeit lang mieten. Aber falls der Preis nicht hoch genug ist, dann schickt die Krone halt ihre eigenen KandidatInnen ins Rennen. Hans-Peter Martin hat offensichtlich keine Berührungsängste mit dem Blatt, das gegen MigrantInnen und sozial benachteiligte hetzt. Im großen und ganzen passt auch seine Wahlkampflinie in die Blattlinie der Krone. Gegen Politikerpriviligien zu wettern ist nur zu leicht in Zeiten wie diesen. Notwendig wäre es aber gegen die Macht des Kapitalismus und der Medienkonzerne etwas zu tun. Immerhin können sich diese Konzerne mit ihrem Geld in den Medienkonzernen die Meinungsmache kaufen die sie brauchen. Hier liegt die wahre Gefahr für die Demokratie. Dass dürfen wir vom Kandidaten der Krone nicht erwarten - aber auch die etablierten Parteien werden sich hier nicht zu weit aufs Glatteis wagen.

Einzig die KPÖ thematisiert die dem Kapitalismus innewohnenden Gefahren für die Demokratie. Mit dem Antreten des Krone-Kandidaten bei den Wahlen werden diese Gefahren zumindest wieder einmal etwas deutlicher.

Franz Schaefer.