KPÖ Wien West
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Siemens kümmert sich um Menschen!

Siemens hat Interesse daran, dass es den Menschen gut geht und darum gibt es im Wiener Siemens die Academy of Life.
Dort treten Menschen auf und berichten über ihre wichtigsten Lebensmomente und Entscheidungen, sowie über jene Lebensfaktoren und Lebenseinstellungen, die sie zu dem gemacht haben was sie sind. Nach dem Motto "Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!" wird dabei nicht Fachwissen sondern Relevanzwissen für den eigenen Lebensbezug vermittelt. Und zwar an JungunternehmerInnen u. – managerInnen, die dann in Workshops die Möglichkeit haben, das Erlernte an sich zu messen und neue Erkenntnisse zu sammeln!
Auch betreibt Siemens ein intensives Kultursponsoring, wie zum Beispiel bei den Salzburger Festspielen, der Linzer Klangwolke oder der Wiener Staatsoper.

Was geschieht aber mit den Menschen in den eigenen Betrieben?

Einige tausend Menschen wurden in den letzten Jahren weltweit in den verschiedenen Sparten gekündigt oder stehen davor!

Zum Beispiel bei Bosch-Siemens Haushaltsgeräten in Berlin Spandau:
Dort befinden sich seit 25. September 570 Metaller im Streik. Es soll damit verhindert werden, dass am Ende dieses Jahres die Produktion ins Ausland verlegt wird. Es ist ein "Marsch durch die Republik" geplant. Das Ziel ist am 5. Oktober die Siemenszentrale in München.

Zum Beispiel bei Fujitsu-Siemens in Augsburg und im thüringischen Sümmerda:
Der deutsch-japanische Computerhersteller will bis Herbst 2007 zirka 300 der 2.400 Dienststellen streichen. (Die österreichische Niederlassung sei davon nicht betroffen, heißt es in einer Presseaussendung.)

Zum Beispiel der Handyhersteller BenQ Mobile in Deutschland:
Dieser taiwanesische Handyhersteller ist zwar nicht im Besitz von Siemens, aber er kaufte vor einiger Zeit deren Handyproduktion in Deutschland um einen symbolischen Preis und erhielt von Siemens noch eine Mitgift von rund 250 Millionen Euro. Auch wurde eine Standortgarantie abgegeben.
Nun ist diese Garantie abgelaufen und BenQ reicht die Insolvenz ein! 3000 Arbeitplätze sind in Gefahr. (Wie lange gilt die Standortgarantie für die ehemalige VA-Tech?)
Die Mitarbeiter seien beim Verkauf der Handysparte an BenQ von der Siemens AG arglistig getäuscht worden, sagte der Betriebsrat. "Von vornherein waren beide Verhandlungspartner auf die Entsorgung der deutschen Mitarbeiter aus, anstatt sich um die Sanierung des Unternehmens zu kümmern." Das Kapital der BenQ Mobile habe 25.000 EUR betragen - zu wenig, um die Gehälter der deutschen Angestellten für einen Tag zu sichern, kritisierte der Betriebsrat. Beim Insolvenzverwalter sei nichts zu holen.
Dagegen habe BenQ Know-how im Wert von knapp 1 Milliarde Euro aus Deutschland abgezogen. Die von der Insolvenz betroffenen Mitarbeiter erwägen, gegen Siemens Schadenersatzansprüche geltend zu machen.
Der Gang zum Insolvenzgericht bescherte dem BenQ-Konzern satte Aktiengewinne!
(Auch dieses Mal sei die österreichische Niederlassung von den Kündigungen nicht betroffen.)

Zum Beispiel Siemens-PSE in Österreich:
Die Konzernführung Siemens hat beschlossen, die gesamte Kommunikationssparte auszugliedern und mit jener des weltgrößten Handy-Erzeugers, Nokia, zusammenzuführen. Es soll ein schlagkräftes! Telekommunikations-Unternehmen entstehen. Von den insgesamt 60.000 Jobs, welche die beiden Konzerne in diesem Bereich haben, soll weltweit jeder zehnte wegfallen.
Es ist zu befürchten, dass es im Zuge dieser Neugestaltung in der Wiener Niederlassung der Siemens-Netzwerksparte Com zu einer Kündigung von rund 200 MitarbeiterInnen kommen wird. Nun hat die Gewerkschaft darauf reagiert und hat am 28. September zu einer österreichweiten Betriebsversammlung ins Austria Center gerufen.
Fast 1.500 SiemensmitarbeiterInnen folgten diesem Aufruf und stimmten dort zu 97% für weitere Kampfmaßnahmen, die bis zum Streik führen können.
Dabei darf man nicht vergessen, dass Siemens Österreich eine ehemalige sozialdemokratische Spitzenpolitikerin als Vorstandsvorsitzende hat. Ihr Name ist Brigitte Ederer!

Gleichzeitig mit diesen Entlassungen gönnen sich aber die Siemens-Vorstandsmitglieder eine Gehaltserhöhung um fast 30%!

Trotz eines leichten Gewinnrückgangs auf 813 Millionen Euro im ersten Geschäftsquartal 2005/2006 ist der Umsatz um 22 % auf 20,72 Milliarden Euro und der Auftragseingang um knapp ein Drittel auf 26,79 Milliarden Euro im gleichen Zeitraum gestiegen.
Also brauchen sich die AktieninhaberInnen nicht um Ihre Rendite sorgen. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hat den AktionärInnen ja zugesichert, die für 2007 angepeilten Zielrenditen pünktlich zu erreichen. Gleichzeitig bekräftigte Kleinfeld das Ziel, den Umsatz von Siemens jedes Jahr in etwa doppelt so stark zu steigern wie das Wachstum der Weltwirtschaft!

Tausende MitarbeiterInnen, die Siemens ihre Arbeitkraft verkaufen, müssen sich aber Sorgen machen, und zwar um ihre Arbeitsplätze. Denn diese werden geopfert, um die Taschen derer zu füllen, um die sich Siemens wirklich kümmert. Das sind die ManagerInnen, Spekulanten/innen, AktionärInnen!

Thomas Schulz

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Kommentar(e) (2)
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Siemens kümmert sich um Menschen!

Siemens kümmert sich um menschen??Ihr wissts aber schon das siemens an benQ verkauft hat und jetzt über 10.000 mitarbeiter entlassen hat in deutschland oder??nur so nebenbei...sehr gut kümmern die sich um die menschen.....stimmt stimmt....

 
Anonymous - Friday, 6. October 2006 @ 11:14