KPÖ Wien West
Die KPÖ im Westen Wiens

3. Oktober: Tag gegen DRM - Medienkonzerne streben nach totaler Kontrolle

defectivebydesign.org hat den 3. Oktober zum weltweiten Tag gegen DRM ("Digital Rights Managment" das eigentlich ein "Digital Restricitons Management" ist) erklärt. Weltweit sollen Aktionen gegen den DRM Wahnsinn stattfinden. Die KPÖ hat ihren Beitrag zur Aufklärung über die Gefahren des DRM schon im Wahlkampf geliestet. In der zentralen Wahlkampfzeitschrift "Argument-Extra" gab es einen Beitrag der in einfachen Worten die Funktion des faschistoiden "Restriction Managements" erklärte. Hier nochmals der Text:

Weltweit nehmen die Proteste gegen DRM - "Digital Rights Management" - zu. Was DRM ist, wie es funktionieren soll und wo die Gefahren liegen, beleuchtet Franz Schäfer, Kandidat der KPÖ.

DRM baut auf Verschlüsselung der Daten. Den Schlüssel zum Zugriff auf die Daten hat dabei nur der Software Hersteller. Spezielle Programme erlauben aber den BenutzerInnen Zugriff auf die Daten. Allerdings nicht dauerhaft, sonder nur zum abspielen/anzeigen. Z.B. könnte die Software je nachdem welche Rechte in einem Stück eincodiert sind, das Abspielen auf 3 mal beschränken oder auf 2 Wochen oder nur auf einen bestimmten Tag im Jahr. Auch das Brennen einer CD kann selektiv erlaubt oder verboten werden. So wollen die Medienkonzerne absolute Kontrolle erlangen, um ihre Profite weiterhin zu sichern.

Damit dieses System aber funktionieren kann, muss sicher gestellt sein, dass niemand Zugriff auf die entschlüsselten Daten bekommt. Da die Abspielprogramme aber die Daten entschlüsseln müssen (sonst könnten wir sie ja niemals höhren) ist hier die Lücke schon vorprogrammiert. Sobald die Daten einmal aus dem DRM Käfig befreit sind, können sie sofort wieder bliebig vervielfältigt werden. Um das zu Verhindern, müssen die Programme in einer absolut faschistoiden Umgebung laufen. Nur "vertraunswürdige" Betriebsysteme (die keine Hintertür zum abzweigen der Daten haben) und letztlich nur "vertrauenswürdige" Hardware (die ebenfalls keine Hintertüren zum Abzweigen der Daten hat) kann sicherstellen, dass DRM auch funktioniert. D.h.: Keine Freie Software. Kein Linux. Totale Kontrolle über unsere Computer durch die Medienkonzerne. Das ist das Ziel. Plattformen wie die X-Box von Microsoft oder der iPod von Appel gehen schon in diese Richtung.

Anfangs werden die Systeme noch nicht so dicht und die Einschränkungen nicht zu krass sein, um die potentiellen KundInnen nicht abzuschrecken, aber sobald die Kontroll über Hard- und Software erst verbreitet ist, wird die Schlinge enger gezogen.

Die obsoleten Medienkonzerne vertrauen dabei aber nicht blos auf die Technik alleine, sondern setzten vor allem auch auf gesetzliche Massnahmen. Mit dem DMCA in den USA und mit der EUCD ("European Copyright Direktive") wurden die rechtlichen Grundlagen geschaffen, um sich das DRM absichern zu lassen. Falls jemand eine Hintertüre in der DRM-Technik findet, so wird damit alleine die Verbreitung dieses Wissens schon illegal. Erste Verhaftungen gab es schon. 1984 lässt grüßen.

Erfreulich ist, dass weltweit Protestaktionen gegen solche Pläne, die von Microsoft, Apple und anderen forciert werden, stattfinden.

Weitere Infos:

Franz Schäfer.