KPÖ Wien West
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Ehrung für Fidel!

Viele internationele Persönlichkeiten kamen nach Havanna, um dem Comandante en Jefe der Kubanischen Revolution, Fidel Castro, aus Anlaß seines 80. Geburtstages die Ehre zu erweisen. Unter ihnen Nobelpreisträger, wie Gabriel García Márquez, die Präsidenten von Bolivien und Haiti, Evo Morales und René Preval, der neue President Nicaraguas, Daniel Ortega. Aus Argentinien kam die Präsidentin der Madres de Plaza de Mayo, der Mütter der unter der Militärdiktatur Verschwundenen, Hebe de Bonafini.
Auch viele SchauspielerInnen liesen es sich nicht nehmen nach Havanna zu den Feierlichkeiten zu reisen.
So zum Beispiel Gerard Depardieu, der meinte:
"Fidel ist viel mehr als ein Mensch, er ist eine große Idee. Eine Idee ist viel wichtiger als ein Mensch. Deshalb bin ich hier, konsequenterweise und ganz natürlich."



Leider konnte Fidel Castro wegen seiner Krankheit nicht persönlich an den Feierlichkeiten teilnehmen und schickte deshalb eine Grußbotschaft:

Liebe Mitbürger und liebe Freunde aus der ganzen Welt:

Während dieses Zeitraums habe ich intensiv gearbeitet, um in unserem Land die Ziele der Bekanntmachung vom 31. Juli zu garantieren. Jetzt stehen wir einem Feind gegenüber, der die Vereinigten Staaten in eine Katastrophe solcher Ausmaße geführt hat, dass fast mit Sicherheit das US-amerikanische Volk selbst nicht zulassen wird, dass er seine Amtszeit als Präsident vollendet.
Mich an Sie zu wenden, Intellektuelle und berühmte Persönlichkeiten der Welt, stellt mich vor ein Dilemma: Ich konnte Sie nicht in einem kleinen Raum treffen. Nur im Theater Karl Marx hatten alle Besucher Platz, und ich bin, den Ärzten nach, noch nicht in der Lage, so ein riesiges Treffen auf mich zu nehmen.
Ich wählte die Variante, auf diesem Weg zu Ihnen zu sprechen. Meine martianische Denkweise über Ruhm und Ehre ist bekannt, er sagte, dass alles in ein Maiskorn passe.

hre Großzügigkeit überhäuft mich. Es sind so viele Personen, die ich gern hier nennen würde, dass ich erneut vorziehe, es nicht zu tun, und ich bitte Sie um Verzeihung, wenn ich einen einzigen nenne: den von Oswaldo Guayasamín, denn er schaffte es, viele der besten Tugenden der hier Anwesenden zu synthetisieren.
Er hat vier Porträts von mir gemacht. Das erste, das er 1961 malte, ist verloren gegangen. Ich habe es in allen möglichen Ecken gesucht und es ist nie aufgetaucht. Wie ich gelitten habe, als ich erfuhr, was für ein außergewöhnlicher Mensch Guayasamín war. Das zweite stammte von 1981 und ist im Haus Guayasamín in Alt-Havanna aufbewahrt. Das dritte, von 1986, befindet sich in der "Stiftung Antonio Núñez Jiménez der Natur und des Menschen". Wie weit waren wir, er und ich, als wir und kennen lernten, davon entfernt, uns vorzustellen, dass das vierte Porträt im August 1996 sein Geburtstagsgeschenk sein würde.
Wie inspiriert waren seine Worte, als er sagte: "Von Quito und in jedem Winkel der Welt, lasst ein Licht an, denn ich werde spät zurückkommen".
Über Oswaldo Guayasamín schrieb ich einmal, als die Kapelle des Menschen eingeweiht wurde: "Er war der gutmütigste, transparenteste und humanste Mensch, den ich gekannt habe. Er schuf mit Lichtgeschwindigkeit, und seine Ausmaße als Mensch hatten keine Grenzen."

Solange der Planet existiert und die Menschen atmen, wird das Werk der Schaffenden existieren.

Heute sind außerdem, dank der Technologie, die Werke und das Wissen, die der Mensch in tausenden Jahren geschaffen hat, für alle zugänglich, obwohl man noch nicht die Wirkung kennt, die die Ausstrahlungen von Milliarden von Computern und Mobiltelefonen auf die Menschen haben wird.

Vor einigen Tagen hat die anerkannte Organisation Weltstiftung für Wildleben (WWF International in der englischen Abkürzung), ansässig in der Schweiz und weltweit als bedeutendste ONG für globalen Umweltschutz betrachtet, erklärt, dass die Gesamtheit der in Kuba für den Umweltschutz angewandten Maßnahmen es zu dem einzigen Land der Erde machen, das die minimalen Vorraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung erfüllt. Das ist eine anspornende Ehre für unser Land, ist aber weltweit aufgrund des Anteils unserer Wirtschaft von wenig Tragweite. Deshalb sandte ich am 23. eine Botschaft an Präsident Chávez, die besagte:

"Lieber Hugo:

Wenn du ein integrales Energiesparprogramm anwendest, wirst du dich in den weltweit meist angesehenen Verteidiger der Umwelt verwandeln.
Die Tatsache, dass Venezuela das Land mit den größten Erdölreserven ist, ist von riesiger Tragweite, und wird dich zu einem Vorbild machen, das die anderen Energieverbraucher dazu bringen wird, das gleiche zu tun, wodurch unschätzbare Summen an Investitionen eingespart werden.
Genau wie Kuba als Nickelproduzent Mittel im Wert von Milliarden Dollar für seine Entwicklung bereitstellen kann, könnte Venezuela mit seinen Exporten an Erdöl und Erdgas Billionen bereitstellen.
Wenn die industrialisierten und reichen Länder das Wunder schaffen, in einigen Jahrzehnten auf der Erde die Sonnenfusion nachzuvollziehen, nachdem sie vorher die Umwelt durch die Emanation von Erdöl und Erdgas vernichtet haben, wie werden die armen Völker, die die unermessliche Mehrheit der Menschheit sind, in dieser Welt leben können.

Hasta la victoria siempre"

Als Letztes, innige Freunde, die Sie uns die unermessliche Ehre erteilt haben, unser Land zu besuchen, verabschiede ich mich mit großem Schmerz darüber, dass ich Ihnen nicht persönlich danken und jeden von Ihnen umarmen kann. Wir haben die Pflicht, unsere Gattung zu retten.

Fidel Castro Ruz
28. November 2006

Im Rahmen der Feierlichkeiten zu Fidels Geburtstag wurde in Santiago de Cuba auch der 50. Jahrestag der Landung der Granma begangen. Erstmals seit Jahren paradierten die kubanischen Streitkräfte wieder, auch dies ein Zeichen wiedergewonnener Stärke. Juan Almeida Bosque, einer der führenden Comandantes der Revolution, führte den Vorsitz der Zeremonie, an der sich 200.000 EinwohnerInnen Santiagos beteiligten.

Fidels Bruder Raúl Castro hielt zu dieser Feierlichkeit ein Rede, die auszugsweise hier wiedergegeben wird:

...Heute versammelt uns hier außerdem die Feier eines Ereignisses von großer Bedeutung für unsere Geschichte. Wir begehen den fünfzigsten Jahrestag der Landung der Jacht Granma am 2. Dezember 1956, ein Datum, das die Geburt der Rebellenarmee und seiner authentischen Nachfahren, der Revolutionären Armeestreitkräfte (FAR), markiert.

...Dem kämpfenden Volk, heldenhafter Protagonist und wahre Stütze der Streitkräfte, und ihrem Gründer und Comandante en Jefe ist diese Militärparade gewidmet, die in den Blöcken, die vorbeimarschieren werden, den Ablauf der prächtigen Geschichte des 138-jährigen Kampfes des kubanischen Volkes um seine endgültige Unabhängigkeit symbolisieren, zuerst: die Armee der Mambises gegen das Kolonialjoch, dann: die Rebellenarmee gegen die neokoloniale Tyrannei, und jetzt: die Revolutionären Armeestreitkräfte in Verteidigung des Vaterlandes, der Revolution und des Sozialismus. Die gleiche Armee des Volkes in drei verschiedenen historischen Etappen.

...Wir erleben einen außergewöhnlichen Moment der Geschichte. Vielen erschien, dass der Zerfall des sozialistischen Lagers und die Desintegration der Sowjetunion die endgültige Niederlage der internationalen revolutionären Bewegung darstellten, einige wagten uns zu empfehlen, die Ideale, denen ganze Generationen von Kubanern ihr Leben gewidmet haben, aufzugeben, während die US-Regierung, mit dem Opportunismus, der sie charakterisiert, in den letzten Jahren eine nie da gewesene Eskalierung der Feindseligkeit und Aggressivität gegen Kuba begann, in der Hoffnung, das Land wirtschaftlich zu ersticken und die Revolution durch die Intensivierung der subversiven Tätigkeit zu stürzen. In diesem Sinne war die Überraschung und Enttäuschung für unsere Feinde groß, und noch viel größer die Bewunderung der unterdrückten Mehrheiten, angesichts des Beispiels an Standhaftigkeit, Gleichmut, Reife und Selbstvertrauen, das unser Volk in den letzten vier Monaten bot.

...In Lateinamerika hat die Anwendung der von den Vereinigten Staaten und seinen europäischen Partnern auferlegten neoliberalen Rezepte den Kontinent zu dem traurigen Zustand gebracht, die Region des Planeten zu sein, wo die Opulenz der mit dem ausländischen Kapital verbundenen Oligarchie gegenüber der Armut, den gesundheitsschädlichen Bedingungen und der Unwissenheit, in denen die Mehrheit der Bevölkerung lebt, besonders beleidigend und schmachvoll ist. Die lateinamerikanischen Völker haben in letzter Zeit in progressiver Weise ihre Entrüstung und die Ablehnung der Aushändigungspolitiken und der Unterordnung der Regierungen und der traditionellen Parteien unter das Imperium ausgedrückt. Die Volks- und Revolutionsbewegungen stärken sich und trotz der mehrere Millionen kostenden Desinformationskampagnen, der Erpressung und der unverschämten Einmischung Washingtons übernehmen neue und erfahrene Führungskräfte die Führung ihrer Nationen.

...Drei Jahre und sieben Monate nach der von Präsident Bush an Bord eines Flugzeugträgers abgegebenen euphorischen und verfrühten Erklärung „Auftrag erfüllt" im Irak, kommen weiter die Leichname junger US-Soldaten in den Vereinigten Staaten an, die in einem Krieg gefallen sind, dessen Motiv die Beherrschung der Energierohstoffe der Region ist. Niemand wagt mehr, das Ende vorauszusagen. Die Regierung der Vereinigten Staaten befindet sich an einem Scheideweg: einerseits versteht sie, dass sie die Besetzung des Landes nicht mehr verlängern kann und gleichzeitig gibt sie zu, dass sie nicht die Mindestbedingungen geschaffen hat, um es zu verlassen und ihre Interessen gesichert zu haben, während gleichzeitig die Zahl der Toten und Versehrten unter der Bevölkerung unaufhörlich wächst, die infolge der durch die US-Invasion hervorgerufene Anarchie und die fehlende Kontrolle in einen Zivilkrieg gestürzt wurde.

Vor den Augen der Welt läuft der so genannte "Feldzug gegen den Terrorismus" auf eine unerbittliche und demütigende Niederlage hinaus.

...Wir sind davon überzeugt, dass der Ausweg aus den dringenden Konflikten, denen heute die Menschheit gegenüber steht, nicht in Kriegen besteht, sondern in politischen Lösungen. Wir nutzen diese Gelegenheit, um erneut unsere Bereitschaft zu erklären, die lang anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba am Verhandlungstisch zu lösen, das natürlich, wenn sie, wie wir bei anderen Gelegenheiten sagten, unseren Charakter als ein Land, dass keine Schatten über seiner Unabhängigkeit duldet, akzeptieren, und auf der Grundlage der Prinzipien der Gleichheit, Gegenseitigkeit, Nichteinmischung und gegenseitigen Achtung.

Derweil sind wir nach fast einem halben Jahrhundert bereit, geduldig den Moment abzuwarten, in dem sich der gesunde Menschenverstand im Verhalten der mächtigen Kreise in Washington durchsetzt.

Viva Fidel!
Viva Cuba Libre!

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