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Pinochet – zum Tod des Faschisten

Pinochet ist tot. Der chilenische Schlächter starb 91jährig an einem Herzinfarkt, einem Tod, den er seinen politischen Gegnern selten vergönnte und den er in hoher Zahl verhinderte, indem er chilenische Kommunistinnen und Kommunisten, Sozialistinnen und Sozialisten jung ermorden ließ.


Der Tod des Despoten wäre an sich keiner weiteren Erwähnung würdig, wären da nicht die Reaktionen seiner ehemaligen Geld- und Ideengeber..

Mrs. Thatcher – no na – trauert um ihren einstigen Verbündeten. In den USA wurde sein Tod mehr oder weniger unkommentiert zur Kenntnis genommen. Man wird insgeheim froh sein, dass mit dem Diktator einer der letzten Zeitzeugen nicht mehr ist, der die unappetitliche Involvierung staatlicher Stellen der USA zu bezeugen in der Lage war.

Wenn dann heute von „einer der schwierigsten Perioden in der Geschichte Chiles“ (Tony Pratto, Sprecher des Weißen Hauses) die Rede ist, wenn mit nicht zu überbietender Heuchelei über die nicht erfolgten „rechtstaatlichen“ Verfahren gegen Pinochet gejammert wird, dann soll das alles letztlich davon ablenken, dass seinerzeit nichts, aber auch gar nichts im so deklarierten Hinterhof der USA ohne deren Duldung und/oder Unterstützung passierte. Mitverantwortung für Tausende Tote mag man jedenfalls in Washington nicht einräumen.

Auch hat das Ganze eine aktuelle weltpolitische Komponente. Während sich die USA in Nahost und anderswo als Weltpolizist gerieren und den Kampf um Rohstoffe als demokratiebildende Maßnahmen verkaufen, entwickelte sich ausgerechnet im einst so, aus Sicht der USA, sicheren Mittel- und Südamerika eine selbstbewusste Linke, die in immer mehr Staaten Regierungsverantwortung übertragen bekam und die die Gier der USAmerikaner nach Rohstoffen für eine andere Politik zu nutzen weiß. Es steht sicherlich außer Frage, dass eine „chilenische Lösung“ auch heute noch zu den denkbaren Optionen der Bush-Regierung gehört. Nur brennt es in seinem eigenen Haus an allen Ecken und Enden, hat ihm der Baker-Report zum Irak erst letzte Woche abermals eine schallende Ohrfeige verpasst. Da scheint es opportun zu sein, sich derweil mit der CNS (Vereinigung südamerikanischer Staaten) zu arrangieren.

Es bleibt zu hoffen, dass es den linken und linksgerichteten Regierungen Südamerikas gelingt, sich nicht von den sicherlich im Hintergrund laufenden Operationen gewisser Kreise entsolidarisieren zu lassen. Damit der Ruf von 1973 - VENCEREMOS! – spät aber doch Wirklichkeit wird.

(D.Haus)

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