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Hilfe für die Ärmsten – eine Selbstverständlichkeit die einen Nobelpreis wert ist

Die Grameen Bank Bangladesh hat den Friedensnobelpreis erhalten. Es handelt sich dabei um eine Bank, die jene Mechanismen der Finanzwelt ad absurdum führt, die man uns als Selbstverständlichkeit verkauft.
Nicht wer ohnehin ausreichend Finanzmittel besitzt, wird von der Grameen Bank als kreditwürdig eingestuft, sondern eben diejenigen, die das Geld wirklich benötigen.

Ihr Gründer, Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus sagt dazu: "Die meisten Banken arbeiten mit einer Geld-Apartheid. Sie leihen den Reichen, und die Armen haben kein Recht, Geld zu bekommen. Aber wenn sie eine Chance haben, zahlen sie ehrlicher zurück als die Wohlhabenden." Quelle: oew.org

Yunus gilt nun als Mann, der die Armut besiegt. Das scheint angesichts einer nach wie vor grassierenden Armut in Bangladesh jedoch ein wenig weit hergeholt. Bangladesh zählt zu den ärmsten Ländern. Im Index der menschlichen Entwicklung nimmt es laut UNDP (Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen) Platz 138 von 177 ein.

Gleichwohl ist sein Engagement in dieser Frage zu würdigen, fraglos ist dieses Engagement auch den Friedensnobelpreis wert. (Erst recht, wenn man sich überlegt, für wie viel weniger dieser Preis in der Vergangenheit hin und wieder vergeben wurde.)

Es muss jedoch die Frage gestattet sein: Ist es heute so weit, dass Selbstverständlichkeiten, wie Hilfe für die Ärmsten schon mit der höchsten Auszeichnung, die die Welt kennt, gewürdigt werden muss? Sollte es nicht eine moralische Verpflichtung für jeden sein, da zu helfen wo Hilfe nötig ist? Und das nicht erst in Krisensituationen wie Naturkatastrophen und auch nicht erst bei den jährlich inflationär wuchernden Gewissenberuhigungs-Spendenaktionen um Weihnachten herum.
Und vergessen wir nicht: auch die Grameen Bank nimmt von ihren Gläubigern 10-20% Zinsen!

Es muss auch erlaubt sein zu hinterfragen, warum in der Berichterstattung über die Verleihung des Friedensnobelpreises in keinem der Massenmedien ein Wort über die weltpolitische Schieflage der Verteilung des Reichtums die Rede war, ganz zu schweigen von deren Ursachen.

Hilfe in Einzelfällen iist ehrenvoll und moralisch außerhalb jeder Kritik. An dieser Stelle stehen zu bleiben jedoch ist zu wenig, daran vermag auch ein Friedensnobelpreis wenig zu ändern, ebenso wenig wie an der Armut als solcher.

(Detti)

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