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11 Argumente gegen so genanntes 'Geistiges Eigentum'

Unter dem Begriff "Geistiges Eigentum" (engl. "intellectual Property" oder kurz IP) werden zum Teil sehr unterschiedliche gesetzliche Regelungen zusammengefasst. Urheberrecht, Patente, Markenschutz und verwandte Rechte wie Namensschutz, Musterschutz, Sortenschutz, .. etc..

Es gibt auch Stimmen, die meinen, wir sollten gar nicht von "Geistigem Eigentum" reden, da diese Gesetze zu verschieden sind und es absurd ist, davon zu sprechen, dass dies etwas mit "Eigentum" zu tun hat. Prominentester Vertreter dieser Ansicht ist Richard Stallman. Andererseits haben all diese Gesetze doch einiges miteinander zu tun. Sie verbriefen jeweils Rechte auf immaterielle Güter. Viele Argumente, die gegen das eine Gesetz vorgebracht werden können, sind in ähnlicher Weise auch gegen andere dieser Gesetze gültig. Es macht daher durchaus Sinn, auch als GegnerIn des Konzepts von so genanntem "Geistigen Eigentum" diesen Begriff, zumindest unter Anführungsstrichen zu verwenden. Bei einer detaillierten Analyse, muss natürlich jedes dieser Gesetze auch im Detail betrachtet werden. (Mehr..)

11 Argumente gegen so genanntes 'Geistiges Eigentum'
Kommentar(e) (1)
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11 Argumente gegen so genanntes 'Geistiges Eigentum'

Die eigentliche Perversion daran ist, daß die "Erfindung" des geistigen Eigentums wie so vieles mit dem guten Gedanken begann: Es sollte den Kunstschaffenden vor der Ausbeutung durch die Vertriebsindustrie schützen. Ein Autor mußte vor dem Urheberrecht versuchen, so schnell wie möglich sein Werk zu publizieren und möglichst viele Werke zu verkaufen. Schaffte er es nicht, waren die billigen Nachdrucke, für die er nicht einen Kreuzer sah, auf dem Markt.

Als sich das Urheberrecht zum Verwertungsrecht und der Schutz der Interessen des Kunstschaffenden zum Schutz des Verwerters wandelte, begann die Ungerechtigkeit, deren vorläufigen Höhepunkt wir aktuell erleben. Wovon wir ausgehen dürfen ist, daß dieses Vorläufig in Zukunft noch weit übertroffen wird, sofern wir nichts dagegen tun.

Um die Perversion auf Patente zu erweitern, auch diese waren ursprünglich dazu da, um Forschung und Entwicklung zu fördern, nicht, wie heute, sie zu verhindern. Vor Einführung der Möglichkeit zur Patentierung war die einzige Möglichkeit, die investierte Leistung zu regenerieren die, die Entdeckung und die entsprechenden Verfahren geheim zu halten. Patente sollten dazu anregen, diese offenzulegen und damit darauf basierende Forschung zu fördern.

Die Verwertungsindustrien haben dieses an und für sich gute (bei weitem nicht perfekte, aber zumindest im Rahmen der Möglichkeiten gute) System zum eigenen Nutzen und dem Schaden der Allgemeinheit pervertiert. Vor allem aber zum Schaden derer, die durch dieses System geschützt werden sollten, nämlich die eigentlichen Leistungserbringer, die eigentlichen Schöpfer der Erfindung, Entdeckung oder Kunstwerke. Die Kreativen müssen sich prostituieren, ihre kreative Leistung für Geld an Organisationen verkaufen, die diese vor der Allgemeinheit und damit vor weiterer, darauf aufbauender Forschung durch Patente sperren.

Das aktuelle Verwertungssystem schützt nur jene und nützt nur jenen, die zwischen den Herstellern und den Nutzern der geistigen Schöpfung stehen. Nur genau diese sind, schon dank des Internets und der Möglichkeit, gerade immaterielle Werte schnell und einfach zu bewegen und vor allem zu mehren, obsolet geworden. Es braucht sie niemand mehr. Sie sind die Dinosaurier eines veralteten Distributionsmodells, ein Auslaufmodell mit längst überfälligem Ablaufdatum.

Nur frage ich mich, schon als Mensch der in unserer vielgeprisenen Marktwirtschaft lebt, wo ist sie denn jetzt, die vielgerühmte Selbstreinigungskraft des freien Marktes? So mich mein Gedächtnis und die Erinnerung an die Vorlesungen zum Thema Wirtschaft nicht täuscht war's doch so, daß im freien Markt Geschäftsmodelle, die obsolet sind und niemandem dienen, eingehen müssen.

Alsdann, was is'? Wann sperren EMI und Bertelsmann zu?

Oder war freier Markt gestern und heute leben wir in der Konzerndiktatur?

 
Anonymous - Tuesday, 27. June 2006 @ 00:33