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Das Geriatriekonzept der Stadt Wien

Am 27. Februar präsentierte Sonja Wehsely das neue Geriatriekonzept für die Stadt Wien. Dieses Konzept ist allerdings nicht wirklich neu, es existiert bereits seit 2004. Neu ist dabei die Ankündigung, dass das Geriatriezentrum Wienerwald (GZW), besser bekannt als Pflegeheim Lainz, entgegen den vollmundigen Beteuerungen des Bürgermeisters Häupl, nun doch geschlossen wird.



Interessant dabei ist, dass diese Schließung erst im Jahr 2015 vorgesehen ist und das Geriatriezentrum bis zu diesem Zeitpunkt weiter modernisiert und renoviert wird. Das lässt die Vermutung aufkommen, dass diese Arbeiten bereits dem noch nicht bekannten Nachnutzer zugute kommen sollen.

Zur Schließung des GZW merkt Stadträtin Wehsely an:
"Die MitarbeiterInnen des Hauses habe ich bereits persönlich über die Entscheidung informiert. Mir ist es wichtig klar zu stellen, dass die Stadt Wien die einzige Arbeitgeberin ist, die ihren MitarbeiterInnen eine Arbeitsplatzgarantie abgibt - und dieses gilt selbstverständlich auch für jene KollegInnen, die von der Geriatriereform betroffen sind. Alle Maßnahmen bis 2015 werden gemeinsam, transparent und partnerschaftlich kommuniziert."
Wie uns die Erfahrung lehrt, sieht die Praxis allerdings anders aus. Was von politischen Garantien zu halten ist, wissen wir alle. Und die gemeinsame, transparente und partnerschaftliche Kommunikation beschränkt sich in der Regel auf Weisungen und Erlässe der KAV- Generaldirektion.

Aber sehen wir weiter:
Die Geriatriereform sieht darüber hinaus eine weitere Differenzierung des Angebotes und neue Standorte für eine bessere regionale Verteilung vor. Die Stadt Wien wird gemeinsam mit Gemeinnützigen und Privaten ein dichtes Netz von kleineren, modernsten Pflegeeinrichtungen errichten und damit die Gesamtzahl der Pflegeplätze auf 10.000 erhöhen."
Dies bedeutet nichts anderes, als dass diese Projekte in Form von sogenannten PPP - Modellen durchgeführt werden sollen.

Was darunter zu verstehen ist, erklärt die Wien Holding auf ihrer Homepage:
"Im Privat Public Partnership - Modell bringen beide Partner ihr Know - How und ihre Ressourcen bestmöglich ein: Das Public Management, die politische Willensbildung und die gesetzlichen Rahmenbedingungen seitens der öffentlichen Verwaltung. Das private Management, Finanzierung, Realisierung und späterer Betrieb und Verwertung durch private Investoren, die sich ihrer Verantwortung für die Öffentlichkeit und die Stakeholder bewusst sind."

Wo dabei die von Stadträtin Wehsely abgegebene Arbeitsplatzgarantie bleibt, sei dahingestellt. Immerhin sind die Investoren ja verpflichtet, nach betriebswirtschaftlichen Kriterien zu arbeiten, das heißt, Finanzmittel einzusparen, wo es nur geht. Und am besten geht das, wie wir aus leidvoller Erfahrung wissen, beim Personal.

Doch sehen wir weiter:
" Sechs neue Geriatriezentren werden bis 2015 von der Stadt Wien errichtet."

Wenn man weiß, dass die Stadt Wien grundsätzlich und und ausnahmslos die Wien Holding beauftragt, wenn es um PPP - Modelle geht, erkennt man, dass mit diesem Geriatriekonzept zumindest der wirtschaftliche Erfolg dieses Konzerns, der im Jahr 2005 über 59 Firmenbeteiligungen verfügte und einen Umsatzrekord von 284 Millionen Euro zu vermelden hatte, gesichert wird.

Stadträtin Wehsely:"Im Mittelpunkt des Wiener Geriatriekonzepts stehen die Menschen und ihre individuellen Bedürfnisse"
Uns bleibt dabei die Hoffnung, dass damit nicht jene Menschen gemeint sind, die sich an diesem Projekten eine goldene Nase verdienen, sondern die, die eine menschliche und menschenwürdige Betreuung brauchen.

(Artikel von Gerhard Haupt aus der Zeitung des Gewerkschaftlichen Linksblocks, "die Arbeit"

Das Geriatriekonzept der Stadt Wien
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