KPÖ Wien West
Die KPÖ im Westen Wiens

Big Brother Euro 2008

Dass im Zuge der EURO Hunderte neuer Kameras installiert werden, die selbstverständlich auch nach der Veranstaltung (beinahe) jeden unserer Schritte überwachen werden, dürfte den Meisten bereits hinlänglich bekannt sein.
Dass Massen an Geld vom Bund und der Stadt Wien buchstäblich beim Fenster hinaus geschmissen werden, um die ZuschauerInnen in „Public Viewing Zones“ zusammen zu treiben, um sie dort von internationalen Konzernen kräftig abcashen zu lassen, wahrscheinlich auch.
Dass die Gewinne hauptsächlich bei McDonalds und Co. und bei der UEFA verbleiben werden, während die Kommunen für die Infrastruktur und auch etwaige Schäden aufkommen müssen, ist ebenfalls keine Neuigkeit. Dass es tatsächlich noch möglich ist, die "Neue Kronenzeitung" an Dämlichkeit zu toppen und Nationalfähnchen als "Goodsie" beizulegen, die dann - mit allerhöchster Erlaubnis bzw. Amnestie - von den GTIs und vor den Espressos flaggen dürfen, nimmt die "gelernte ÖsterreicherIn" mit Grausen zur Kenntnis.

Doch wie sieht es mit der Tatsache aus, dass den Medien eine Summe von 2 Millionen Euro überantwortet wurde, um sie zu angepasster „positiver“ Berichterstattung zu motivieren? (Alleine die vielgeliebte Neue Kronenzeitung erhält davon 630 000 Euro!)
Ist dies wirklich der Gipfel an Verlogenheit im Sinne der „freien Marktwirtschaft“ – oder drängt sich zwangsläufig die Frage auf, welche anderen „Kampagnen“ der „unabhängigen“ Medien von WEM mit WIEVIEL unterstützt, bzw. in „Schön-Neoliberal-Sprech“ :zur Kooperation gebracht werden – ganz abgesehen von der „echten Werbung“ und dem Produkt-Placement,was wir sowieso schon gewohnt sind?
Die Unterhose des Finanzministers, das Weinglas des Bürgermeisters, die patscherten Sager des Bundeskanzlers sind noch harmlose "Presseverfehlungen".
Persönlichkeitsrechte zu missachten, Opfer von Verbrechen beinhart vermarkten oder durch unanständige Angebote zum Vermarkten-Lassen provozieren geht schon einen Schritt weiter.
Aber das echte Verbrechen beginnt dort, wo penetrant und nachhaltig absichtlich Tatsachen verschwiegen bzw. nicht publiziert werden, weil sie dem "Mainstream des offensiven Kapitalismus" widersprechen würden.
Wie schrieb der sonst so reaktionäre Philosoph Oswald Spengler? „.......es ist jedem erlaubt, zu sagen, was er will; aber es steht der Presse frei, davon Kenntnis zu nehmen oder nicht. Sie kann jede 'Wahrheit' zu Tode verurteilen, indem sie ihre Vermittlung an die Welt nicht übernimmt, eine furchtbare Zensur des Schweigens, die umso allmächtiger ist, als die Sklavenmasse der Zeitungsleser ihr Vorhandensein gar nicht bemerkt.“ Umso wichtiger ist es, gegen den Mainstream anzuschreiben und alternative Medien zu lesen, zu verbreiten und zu unterstützen. Denn nur dort wird es möglich sein, sich der allgegenwärtigen Hype zu entziehen, die die bezahlten SölderInnen der unfreien Presse zu entfachen versuchen. Denn überwacht und gleichgeschaltet – infantilisiert und banalisiert – belogen und ausgebeutet – sollen wir mediengerecht die Götzen des Konsums unter Vorspiegelung von „Vielfalt“, „Schönheit“, „ewiger Jugend“, „Sport“ und sogar „Freiheit“ anbeten,- solange bis diese Gesellschaft an ihrer Dummheit und Gier verrecken wird.

widasch

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