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Ist DAS die neue Schule, Frau Schmied?

BildungAm Montag sind die Budgetverhandlungen zum Kapitel Bildung gescheitert, das Bildungsbudget wird nicht dem Bedarf und den Reformnotwendigkeiten entsprechend erhöht, stattdessen will hat sich die Regierung überfallsartig (?) auf eine Erhöhung der Lehrverpflichtung der LehrerInnen geeinigt.
Damit ist die motwendige Finanzierung der für kleinere Klassen, Integrations- und Fördermaßnahmen, Klassenvorstandsstunde, Freifächer-Übungen und das pädagogische Konzept der neuen Mittelschule ausgeblieben.

Statt ihren Rücktritt anzubieten, versucht Ministerin Schmied über eine Erhöhung der LehrerInnenarbeitszeit ihre Reformansätze zu retten und wenigstens personell zu bedecken.

Während Banken Milliarden Rettungspakete bekommen, Auto-Verschrottprämien erfunden werden und Vermögenssteuern abgeschafft bleiben und Spekulations- und Gewinnsteuern ausbleiben, sollen LehrerInnen und ihre SchülerInnen notwendige Opfer bringen.

Die LehrerInnen in den 10 Gehrer-Jahren mit unbezahlter Mehrarbeit und Sparpaketen aller Art belastet, manche in Richtung Burn out überbelastet, sollen sich weniger vorbereiten, schneller verbessern und dafür mehr unterrichten. Unterrichtsqualität schaut anders aus. Die SchülerInnen werden mit ihren LehrerInnen die Folgen dieser überfallsartig angekündigten Lehrpflichterhöhung sein und den damit eingeleiteten Qualitätsabbau ausbaden müssen.
Freundlicher, individuell fördernder Unterricht und überbelastete, am Rand des Burn-our dahinschram,mende LehrerInnen gehen nicht zusammen.Viele engagierten, kindefreundlich und fachlich innovativen KollegInnen arbeiten schon seit Jahren am Limit. Viele von uns haben die ersten zwei Jahre Schmied - kleinere Klassen, Individualisierung, Integration, neue Mittelschulversuche - als den Versuch einer Wende in der Schulpolitik erlebt, der noch die notwendigen Mittel fehlen. Mit überbelasteten und von Ministerin und Bundesregierung enttäuschten, frustrierten LehrerInnen lässt sich Unterricht nach Vorschrift durchsetzen, aber keine lebendige und lebensfrohe Schulreform.
Aber.

Eine Absichtserklärung, auch wenn sie mit dem Finanzminister abgesprochen und vom Bundeskanzler und den übrigen Regierungsmitgliedern in Harmonie mitgetragen wird, ist nur eine Absichtserklärung. Jetzt sind die Betroffenen, LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern am Wort, Gewerkschaft und Arbeiterkammern, auch Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung, die seit Jahren einer Bildungsoffensive das Wort reden. An den Schulen hat es heute die ersten - je nach Temperament frustriert oder zornigen Diskussionen gegegeben, morgen wird es zu ersten spontanen Informations- und Protestversammlungen kommen.

Tatsache ist, dass in den kommenden Jahren ein massiver LehrerInnenmangel ankündigt - nicht zuletzt eine Folge der verfehlten Personalpolitik des BMUK sowie der in der Öffentlichkeit betriebenen LehrerInnenhatz und auch der mäßigen Bezahlung. Geradezu als Hohn mutet es an, dass man sich allen Ernstes einbildet, auf diese Art die BESTEN zu diesem Beruf zu motivieren - denn so blöd sind nicht einmal dieMittelmäßigsten, dass sie nicht ausrechnen können, was 2 (+ 2 h Voreberitungszeit) an Mehrarbeit bzw.an Gehaltsverlust bedeuten.

Weiters musste doch klar sein, dass ein Mangelberuf nicht noch mit weiteren Erschwernissen belastet werden darf.

Nun ist die Gewerkschaft wirklich einmal gefordert, allerdings auch die Solidarität der LehrerInnen und zwar ALLEr, egal ob APS oder AHS! Denn diese Dienstrechtverschlechterung betrifft alle!

Bildung kostet. Österreich ist ein reiches Land. Eine bessereSchule ist notwendig. Die braucht eine andere Budgetpolitik. Es geht um die Zukunft der Kinder.

Ein Großteil dieses Textes stammt von Reinhart Sellner,
Gewerkschaftlicher Betriebsausschuss BRG 18, Schopenhauerstraße
AHS-Gewerkschafter und ÖLI-UG-Vertreter in der ARGE LehrerInnen der GÖD;

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